Geschichte

Vereinsgeschichte der Fischergilde Plittersdorf 1964 e.V.

Plittersdorf 1964 – 1989

Ein bereits vergilbter Zettel vom 10.04.1964 ist wohl das erste schriftliche Dokument über die Absicht einiger gleichgesinnter Plittersdorfer, einen Angelsportverein zu gründen und damit angemessen und frühzeitig auf die Neuerungen zu reagieren, welche die Nachkriegszeit bis in die entlegensten Winkel dörflicher Idylle brachte.

Während bis Ende der fünfziger Jahre nur eine Handvoll geschichte3 Individualisten und Idealisten ihre Freizeit der Sportangelei widmeten und damit auch meist noch etwas zum kärglichen Speisezettel der Familie beitrugen, wurde der Angelsport mit zunehmender Mobilität der Bevölkerung durch Motorisierung, Freizeit und Wohlstand zur populären Ausgleichsbetätigung quer durch alle Bevölkerungsschichten. Die Konkurrenz am Wasser trieb die Pachtgebühren nach oben und verhärtete die Fronten zwischen Berufsfischern, Sportanglern, Wassersportlern, Freizeitlern und anderen Interessengruppen.
Besagter Zettel vom 10.04.1964 ist eine Einladung ins Rathaus

„zur Aussprache über Fischereifragen“

Diese Einladung mit der unverkennbaren Handschrift von Altratschreiber Ludwig Müller ist an folgende Anschriften gerichtet: Dürr Heinz; Licht Paul; Groß Franz; Fritz Willi; Müller Ludwig.
Diese Aussprache im engsten Kreise hatte eine Wirkung wie ein Stein, der in eine glatte Wasseroberfläche fällt: Welle um Welle schwappt kreisförmig um den Einschlag. Genau so kam seit jenem 10. April 1964 Bewegung und leben in die Reihen der gleichgesinnten Angelsportler.

geschichte2Am 17.04.1964 folge die nächste Sitzung, bei der schon der Bürgermeister Silvester Müller und der Berufsfischer Peter Müller anwesend waren und in die Absicht einen Fischerverein zu gründen, eingeweiht wurden.

Beide waren allerdings von diesem Plan keineswegs angetan. Besonders beim Berufsfischer und Gewässerpächter stießen die sechs Petrijünger auf schroffe Ablehnung, wie die Aufzeichnungen von Ludwig Müller belegen.

Unbeirrt vom Gegenwind aus dieser Richtung luden die sechs Unentwegen zu einer weiteren Gesprächsrunde am 22.05.1964 ein und beschlossen eine Versammlung aller Interessen an der Fischerei. Per Gemeindeanzeiger erging eine entsprechende Einladung ins Gasthaus „Zum Hirsch“, Termin: 13.06.1964, 21.00 Uhr.

Tatsächlich konnte Ludwig Müller, der diese Versammlung leitete, 31 Teilnehmer begrüßen und eine Tagesordnung bekanntgeben, die als wesentlichsten Punkt die Gründung eines Fischervereins anstrebte.

Bevor Helmut Kirst aus der Reihe der Versammlungsteilnehmer den Antrag auf Abstimmung stellte, wurde offensichtlich hart und sehr kontrovers diskutiert.

Anton Oberle, Valentin Meisch, Helmut Kirst, Theodor Frittel und der Berufsfischer Fridolin Köppel werden in der Aufzeichnung von Ludwig Müller namentlich für ihre Wortmeldungen aufgeführt. „Allgemein ging es sehr lebhaft zu“.-
Die Abstimmung mit 18 Ja-Stimmen; 5 Nein-Stimmen und 8 Enthaltungen ließ darauf schließen, dass noch nicht alles bereinigt war. Trotzdem waren die Würfel gefallen. Die Gründung eines Vereins war beschlossen.

Am 28. Juli 1964 traf sich der „harte Kern“ um Ludwig Müller wieder im Rathaus. Bei den Geladenen wird nun auch Helmut Kirst aufgeführt.

In dieser vorbereitenden Sitzung wurde der Name des Vereins „Fischergilde Plittersdorf“ vorgeschlagen, mit dem man ausdrücken wollte, dass sowohl Sportangler als auch Berufsfischer Mitglieder werden konnten, zumal man von den Letzteren ja weitgehend wegen der Gewässerunterpacht abhängig war.

Am 7. August gab es eine Zusammenkunft im Rathaus, bei welcher der genannte Freundeskreis und der Hauptpächter Peter Müller mit zwei seiner Söhne verhandelten. Zum Verhandlungsergebnis gibt es allerdings keinen Kommentar. Die letzte Zusammenkunft des „harten Kerns“ vor der Gründungsversammlung fand am 25.08.1964 im Rathaus statt. In dieser Gesprächsrunde wurde die geschichte1Gründungsversammlung geplant mit einer Vorschlagsliste für die zu wählende Verwaltung. Ferner wurde auch über Gewässerpachtung beraten, speziell über die zur Verpachtung anstehenden „Kieslöcher im Binsenfeld“. Diese beiden Seen, die später „Metzseen“ genannt wurden, nach der Lage hinter dem Kohlen-Metz-Areal, waren durch Kiesentnahme für die Straßentrasse nach Rastatt entstanden und für den Ausbau des neuen Sportplatzes 1968.