1. Raukehlanbindung

Anbindung der Raukehle an den Rhein

Situation

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Die Raukehle mit anschließendem Bärensee hat derzeit keine südliche Verbindung zum Rhein. Der von Süden kommende etwa 250 m lange Altrheinarm ist zwar südlich mit dem Rhein durchgängig verbunden, nach Norden jedoch verhindert der Weg mit Damm zum Naturfreundehaus jeglichen Wasseraustausch des Rheins mit der Raukehle.

Der Wasserstand des südlichen Altrheinarmes liegt höher, als der der Raukehle. Die Raukehle ist mit einer Wassertiefe von über 11 m relativ tief. Damit käme ihr besonders für Fische eine wichtige ökologische Rolle als potentielles Rückzugsgebiet bei hohen Wassertemperaturen zu.
Unter 2 m Wassertiefe allerdings ist das Gewässer nahezu anoxisch und fällt somit als Lebensraum vollständig aus. Sowohl Litoral- als auch Benthalbereiche sind stark verschlammt und hochgradig organisch belastet.
Es besteht dringender Handlungsbedarf, um das Gewässer vor weiteren Schäden oder gar dem biologischen „Umkippen“ zu bewahren. Daten und genauere Angaben sind unserer Stellungnahme vom 20.09.1999 zu entnehmen.

Verbesserungsmaßnahmen

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Die derzeit ökologisch sehr schlechte Situation kann nur durch die Herstellung eines ausreichenden Wasseraustauschs verbessert werden. Nach Norden kann das Wasser ungehindert in den Rhein ablaufen. Es sollte eine Wasserzufuhr von Süden hergestellt werden. Eine südliche Verbindung zum Rhein durch den etwa 250 m langen Altrheinarm besteht bereits bis zum Damm. Aufgrund der vorliegenden Lage der Wasserspiegel ist eine Zufuhr von Wasser in die Raukehle gut zu erreichen.

Die Einleitung von Rheinwasser in die Raukehle kann im einfachsten Fall durch ein den Damm unterquerendes Rohr erfolgen.
Sicher besser ist ein regelbares Wehr im derzeit bestehenden befahrbaren Damm zum Naturfreundehaus. Ein bei Bedarf regelbarer Durchlaß gewährleistet auch in Zukunft die Funktion der südlichen Rheinaue als Hochwasserretentionsgebiet.
Wenn der Durchlaß so gestaltet werden könnte, dass Fischwanderungen ungehindert möglich wären, könnte diese Maßnahme im Sinne des Programmes ,,Lachs 2000″ der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins“ (IKSR) einen wichtigen Beitrag leisten.

Verbesserungsziele

Durch die Herstellung einer Wasserzuführung in die Raukehle kann deren schlechte Wasserqualität erheblich verbessert werden. Der Austausch von Wasser führt einerseits zu einem Eintrag von Sauerstoff und andererseits zu einem Wasseraustausch in Verbindung mit dem Austrag von Nähr- und Schadstoffen sowie des sauerstoffarmen Wassers.

massnahme3bDie Zufuhr frischen Wassers garantiert auch einen effektiven Schutz vor zu starker Erwärmung des noch biologisch aktiven Teils des Wasserkörpers. Die Gefahr von Fischsterben und dem „Umkippen“ wird dadurch gebannt.

Aufgrund der großen Wasserfläche des Bärensees ist keine negative Veränderung bezüglich des dortigen ökologischen Wirkungsgefüges, der schützenswerten Wassernuss (Trapa natans) sowie der Muschelbestände zu erwarten.