6. Verbesserung der Wasserführung des Altrheins

Situation

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Der Altrhein der Rastatter Rheinaue bei Plittersdorf erhält sein Wasser an zwei Stellen aus dem Rhein. Dennoch ist die Wassermenge im Altrheinsystem zu gering. Beste Anzeichen dafür und zugleich die Folge davon ist eine rasant zunehmende Verschlammung. Die bis vor wenigen Jahren noch existierende Kiessohle einiger Abschnitte des Altrheins ist heute kolmatiert und mit Feinsediment überdeckt.
Dies ist der Grund, weshalb die Mehrzahl der kieslaichenden Fischarten verschwunden sind und auf der „Roten Liste“ stehen. Jegliche Eigendynamik der Gewässer sowie die Fähigkeit, Schlammablagerungen zu entfernen ist ebenfalls verloren gegangen.
Die Entnahmebauwerke dieser beiden Stellen sind unterschiedlichen Alters und sehr verschieden konzipiert. In diesem Punkt soll das Entnahmebauwerk südlich des Rheinwärterhauses des Wasser- und Schiffahrtsamtes behandelt werden.
Das Bauwerk besteht aus einer Entnahmestelle mit Wehranlage am durch Blocksatz gesicherten Ufer des Rheins. Das Wasser fließt durch einen Durchlaß mit Rechteckprofil unter dem Leinpfad hindurch in einen schmalen Teil des Altrheinsystems. Der Durchlaß hat etwa 1 m Breite und 1 m Höhe und ist bei erhöhtem Wasserstand des Rheins schnell vollständig gefüllt. Bei einer Füllung von etwa 4/5 der Durchlasshöhe hat das Wasser eine Fließgeschwindigkeit von 1,8 bis 2,0 m/s (gemessen mit einem Flügelradanemometer). Aufgrund der Beschaffenheit des Einlaufs, des Durchlasses und der hohen Fließgeschwindigkeiten ist eine Durchgängigkeit für aquatische Organismen nicht vorhanden.

Verbesserungsmaßnahme

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Da dieser Einlauf aus dem Rhein in das Auegewässersystem ein potentieller Zugang zu Laichplätzen kieslaichender Fischarten ist, muß er unbedingt für Fische durchgängig gestaltet werden. Eine erhebliche Vergrößerung des Querschnittes in Verbindung mit der Beseitigung des trichterförmigen Absturzes am Einlauf stellt eine ganz erhebliche ökologische und fischereiliche Verbesserung dar, von der die gesamten Auengewässer der Rastatter Rheinaue profitieren.

Verbesserungsziele

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Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit ermöglicht eine Zu- und Abwanderung von Fischen zum und aus dem Rhein (der immerhin bis zur Mündung in die Nordsee durchgängig ist). Grundsätzlich gilt hier ähnliches, wie bei Maßnahme 6. Auch das ist eine Maßnahme im Sinne von „Lachs 2000“ der IKSR.

Die Erhöhung der Wassermenge und der Strömungsgeschwindigkeit in den Auegewässern bringt nicht nur Lebensraum für Fische und Wirbellose, sie bringt deutliche ökologische Vorteile infolge der Abtragung von Schlammablagerungen, der Freispülung kolmatierter Kiesbänke und ggf. der Ermöglichung einer gewissen Eigendynamik sowie die Möglichkeiten zur Reaktivierung und Durchflutung alter Schluten (vgl. Maßnahmen 7 und 8).